DDRC-22 mit Dirac

Dirac gehört unbestritten zu den besten DSP Systemen. Allerdings ist der Betrieb dieser Software an einen Computer mit Internetzugriff gebunden. Dies erscheint auch dem geduldigsten Nutzer etwas umständlich.

Die Firma miniDsp hat deshalb die Hardwarelösung DDRC-22 entwickelt.

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Dieses Gerät wird zwischen Quelle und Verstärker geschaltet und realisiert so die Filtereigenschaften. Der Hersteller hat 3 Versionen mit einer Abtastrate von 96 kHz im Angebot:

  • DDRC-22A (Ein- und Ausgang analog)
  • DDRC-22DA (digitaler Eingang, analoger Ausgang
  • DDRC-22D (digitaler Ein- und Ausgang)

Die Geräte dienen als Entzerrer, eine einmalige Programmierung muss wiederum mittels PC/Mac erfolgen. Geeignet sind die Betriebssysteme Windows Vista bis Windows 8 und Mac OS 10.6 oder höher.
In unserem nun folgenden Beispiel verwenden wir das DDRC-22D in Verbindung mit Mac OS10.11. Anbei die Ein- und Ausgänge des DDRC-22D:

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Laden der Software

Wir benötigen folgende Software:

Der ansonsten zur Software zugehörige Audioprozessor ist im Paket DDRC-22 nicht enthalten, da die Funktion des Audioprozessors durch das Gerät selbst übernommen wird.
Der Lieferung liegt ein Gutschein Code bei, der unter www.minidsp.com/coupon einzulösen ist.
Nun können Sie nach der Beschreibung fortfahren: 2.2.2 Installation ― Mac OS X.
Die Erteilung der Lizenz können Sie prüfen, es müsste so aussehen:

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Sollten Sie die „Dirac Live Calibration Tool“ Datei noch nicht geladen haben, dann ist das nachträglich möglich. Sie loggen Sich auf der miniDsp Seite ein und unter Support/User Download  finden Sie die Datei:

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Kalibrierung des Messmikrofons

Für die Einmessung des Hörraumes ist zwingend ein kalibriertes Messmikrofon erforderlich. Der Hersteller empfiehlt dafür das UMIK-1. Die Vorteile des Mikrofons liegen auf der Hand, es benötigt keine Phantomspannung, die Signalstärke ist bei mittlerer Lautstärke für die Messung ausreichend und es liegt für jedes Serienprodukt eine Kalibrierdatei vor.

Da wir nicht nur den Direktschall, sondern auch den Reflexionsschall messen, benötigen wir die omnidirektionale Kalibrierung oder 90 Grad Kalibrierung.

Mittels der Seriennummer lässt sich auf der Seite:https://www.minidsp.com/products/acoustic-measurement/umik-1, die Kalibrierdatei ermitteln und runterladen.

Die Messung

So, nun kann es losgehen. Zuerst das Messmikro in Ohrhöhe omnidirektional positionieren und

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danach sämtliche Schritte entsprechend der Anleitung durchführen. Da die Software selbsterklärend ist, bedarf es keiner großen Hilfe. In der folgenden Galerie ist alles bildlich dargestellt:

Der gesamte Hörraum kann so nicht optimiert werden. Dirac nutzt, sagen wir mal eine sogenannte „Wolke“, in der die Wiedergabe ideal ist. Dafür stehen 3 Auswahlmodelle (Sessel, Couch, Auditorium) zur Verfügung.
Die erste Messposition liegt in der Mitte des Hörbereichs, danach erfolgt die Pegelangleichung und die Messung der Verzögerung auf der Zeitachse. In der Folge sind bis zu 8 weitere Messungen erforderlich, um den Hörbereich zu definieren. Nach Abschluss der Messungen, die Messpunkte werden jetzt grün, ist der aktuelle Frequenzgang und die Impulsantwort zu sehen. Dem Frequenzgang ist eine Targetkurve in orange hinterlegt. Dies ist die Leitlinie für die Optimierung. Die Targetkurve lässt sich an den persönlichen Geschmack anpassen (Drehung über die Festpunkte).

Über den Schalter „Optimize“ wird nun das Filterset erstellt. Auf dem letzten Bild der Galerie ist ersichtlich, dass beim Fortfahren (proceed) das Filter bereits an seinen Platz geladen wurde. insgesamt können 4 Filter geladen werden, deren Funktion mittels LED auf der Front des DDRC angezeigt wird.

Besonderheiten von Dirac

Dirac kann im Gegensatz zu anderen Filtern auf IIR Basis sowohl Fehler auf der Frequenz- als auch auf der Zeitebene korrigieren. Das Korrektursignal neutralisiert am Hörplatz die akustischen Unzulänglichkeiten. Diese Technik stammt aus der Forschung in Zusammenhang mit der Ortung von U-Booten mittels Sonar.

Um die Korrektur der Impulsantwort sichtbar zu machen, muss man jeweils einen Ausschnitt der Impulsantwort vergrößern:

Ohne viel Worte ist der Unterschied deutlich zu erkennen.

Fazit

Dirac ist in Verbindung mit dem DDRC-22 ein mächtiges Werkzeug zur Klangverbesserung der Heimstereoanlage.
Dies zeigt sich insbesondere:

  • im ausgewogen gradlinigen Frequenzgang, der den subjektiven Gewohnheiten angepasst werden kann.
  • Stehende Wellen im Raum werden am Hörplatz stark reduziert.
  • Phasendifferenzen im Zeitbereich werden ebenfalls egalisiert.
  • Dirac reduziert die frühen Reflexionen. Frühe Reflexionen verwischen den Klangeindruck und führen nicht zu besserer Räumlichkeit.
  • Mittels Angleichung der Phasenlage des rechten und linken Kanals wird die Bühne korrigiert.

Bei allen positiven Aspekten sollte man allerdings bedenken, dass das DDRC-22 nicht als Vorverstärker fungiert, sondern im Rahmen der Pegelangleichung das Signal auf das Schwächere normiert. Es sind im Gegensatz zu einem Vorverstärker nur 3 Eingangsschnittstellen vorhanden.

Die Bestellung eines DDRC-22 kann über den Distributor blue planet acoustic erfolgen.

Literatur:

Dirac Series, User Manual (https://www.minidsp.com/images/documents/Dirac%20Series%20-%20DDRC-22%20User%20Manual.pdf)

 

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